Nachhaltig Nähen: 2 - Vor dem Nähen

Es gibt einige Möglichkeiten beim Nähen zu Hause Material zu sparen und bewusst mit Ressourcen umzugehen. Jede kleine Veränderung ist ein Schritt in eine nachhaltigere Zukunft, daher gilt wie immer: nicht perfekt, aber überlegt zu handeln.

 

 

Papier sparen

Wir bieten unsere Schnittmuster als A4/A0 Format zum ausdrucken und als Beamerdatei an.

Der Vorteil der Beamerdatei ist, dass du komplett auf Papier, Druckerfarbe, Klebstoff oder Versand verzichten kannst. Über einen längeren Zeitraum oder wenn du viel nähst ist diese Möglichkeit also ressourcenschonend.

Das A0 Format kannst du plotten lassen. Hierdurch entfällt das Zusammenkleben und auch der Papierverbrauch ist insgesamt niedriger. Denn anstatt viele A4 Seiten zu drucken, bekommst du das Schnittmuster auf einer Seite oder mehreren großen Seiten zugeschickt. Du sparst also Papier, Klebstoff und Arbeit. Wir empfehlen allerdings für mehr Nachhaltigkeit entweder einen lokalen Plottservice mit Abholmöglichkeit zu wählen, oder mehrere Schnittmuster auf einmal zu plotten. 

Mehr Informationen über das Plotten findest du in unserem Blogbeitrag "Was ist ein A0 Schnittmuster und wie kann ich es drucken".

Beim A4 Format ist der Vorteil, dass du sofort loslegen kannst. Du kannst beim Drucken darauf achten, dass du Recyclingpapier nutzt. Papiere, die aus 100 % Altpapier hergestellt werden, erkennst du am besten am FSC® Recycled Siegel und an dem Umweltzeichen Blauer Engel. Wenn du nur eine oder zwei Größen brauchst, kannst du die anderen Größen über Ebenen im Adobe Reader ausschalten. Hierdurch sparst du Druckertinte.

 

 

 

Stoffe vorwaschen

Das Vorwaschen von Stoffen ist wichtig, damit sie nach dem Nähen ihre Form behalten und nicht z.B. später noch einlaufen. Ökologische Waschmittel schonen Umwelt und Haut durch pflanzliche Tenside, den Verzicht auf Erdöl, optische Aufheller und oft problematische Duftstoffe. Nicht ökologische Waschmittel belasten oft Gewässer und sind schwer abbaubar.

Wenn du Wäschesäcke verwendest, schau doch mal nach Baumwollwaschsäcken. Oder nähe dir selbst welche. Im Gegensatz zu Polyester Waschsäcken geben diese keine Mikroplastik an das Wasser ab.

Im Blogbeitrag zu nachhaltigen Stoffen findest du noch viele weitere Informationen zu Stoffen.

Stoff markieren

Für das Markieren von Stoffen gibt es unendlich viele Möglichkeiten, aber nicht alle sind besonders umweltfreundlich.

Wir nutzen zum Markieren gerne Schneiderkreide oder ein nachfüllbares Kreiderad (z.B. für Jersey). Die Kreide besteht aus Ton, Wachs und Pigmenten und wäscht sich normalerweise wieder aus. Ist die Schneiderkreide nur in Pappe/ Papier verpackt, kann auch die Verpackung komplett recycled werden.

Bei empfindlichen Stoffen kommt auch mal ein Trickmarker zum Einsatz. Allerdings haben diese den Nachteil, dass viel Plastikmüll anfällt. Denn jeder Stift muss komplett entsorgt und neu gekauft werden. Die Inhaltsstoffe können zudem giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung sein. Dies steht z.B. im Sicherheitsdatenblatt des Prym Aqua Trickmarkers (Sicherheitsdatenblatt gemäß Verordnung (EG) Nr. 1907/2006, Anhang II, Stand 02/2025).

 

Alte Stoffe für Probeteile

Für das Erstellen von Probeteilen kannst du alte Stoffe verwenden. Alte Bettwäsche und Bettlaken eignen sich hierzu z.B. gut.

 

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